„Cloudy, windy, sometimes rainy…“ Laugavegur und Kjalvegur 2011 – Teil 2

Reykjavik und Westmanninseln – Intermezzo

Das Wetter bleibt die nächsten Tage durchwachsen, meistens regnet es, gelegentlich kommt kurz die Sonne hervor. Für die nächsten 5 Tage ist schlechtes Wetter angekündigt. Ich trampe von Landmannalaugar mit zwei Franzosen nach Kirkjubæjarklaustur…

…und von dort mit einem netten Isländer zurück nach Reykjavik, vorbei der Stelle, wo die Ringstraße beschädigt wurde…weggebogene Leitplanken und von der Brücke stehen nurnoch die Betonpfeiler. Zwischenstopp machen wir am Seljalandsfoss:

Gegen Abend erreiche ich Reykjavik. Am nächsten Tag nehme ich mir Zeit die Stadt zu erkunden, nach einer großen Thermoskanne Kaffee verbringe ich den Großteil des Tages im „12 Tónar“ und höre isländische Musik. Gegen Abend trudeln die beiden Erfurter ein.

Auf dem Zeltplatz treffen wir Karsten, der uns vorschlägt doch mit auf die Westmanninseln zu fahren. Bei weiterhin schlechter Wettervorhersage, grade um den Hviárvatn, ist die Entscheidung nicht schwer.

Die ganze Busfahrt lang scheint die Sonne…nur kurz vor der Fähre zieht es natürlich zu

Aber die zwei Nächte auf der Insel haben sich gelohnt.Ein Highlight ist der Vulkan Eldfell, der sich quasi über Nacht 1973 aus der Erde erhob. Der Weg nach oben ist windig…

…aber das Wetter für isländische Verhältnisse recht gut. Oben kann man sich in warme Sandkuhlen legen, in manchen Spalten ist es heiß genug um sich zu verbrennen.

Zusammen mit Max versuche ich kurz vor der Abfahrt noch ein paar Puffins zu fotografieren. Ich habe mir noch nie so sehr ein Teleobjektiv gewünscht…

…aber essen könnte ich diese kleinen tollpatischigen Vögel ganz sicher nicht. Nationalgericht hin oder her.

Mit Fähre und Bus geht es nach Reykjavik zurück. Bei ein paar Bier verabschiede mich von den beiden Erfurtern deren Flieger bald geht.

Kjalvegur – Ein ruhiger Ausklang


Hvítárnes – Pverbrekknamúli

Ich kann es kaum glauben, die Sonne scheint! Zumindest während der Busfahrt.

Meine erste Fahrt mit dem Hochlandbus. Zum Schlafen ist es jedenfalls unge – ei – net…manchmal sieht man durch die Frontscheibe den blauen Himmel…oft den Boden, wenn der Bus wieder einen Abhang hinunterfährt. Das weder Personen noch Material zu Schaden kommen grenzt an ein Wunder.

Zwischenstopp am Gulfoss.

Die Busfahrt geht weiter, es wird zunehmend felsiger und die Landschaft karger. Eine letzte Pause vor der Kreuzung von Hvítárnes …

…und los geht’s! Die Landschaft ist sandig, es windet und das Wetter zieht langsam zu.

Nicht von den vielen Abzweigungen beirren lassen. Sondern schön auf dem Weg und später der Piste weiterlaufen bis…

…man an den Wegweiser kommt. Ein Blick zurück…

…und weiter geht’s. Es wird zunehmend windiger…Flugsand findet den Weg an Kapuze, Buff und Sonnenbrille vorbei. Nach 1km ist der Spuk endlich vorbei…mit geröteten Augen betrachte ich die grüne Ebene die sich vor mir erstreckt…

In Hvítárnes mache ich kurz Halt, nach einer Portion Couscous geht es weiter. Die Hütte wird immer kleiner…

…und ich genieße die Weite und Einsamkeit. Der Rucksack zwickt nicht, die Trekkingstöcke sind wie angewachsen, die Stiefel spüre ich kaum, einfach wunderbar.

Auf halber Strecke treffe ich einen Polen der in Pjófadalir gestartet ist, wir fachsimpeln kurz über das isländische Wetter und den Vorteil von Trekkingstöcken.

Das letzte Stück des Weges zieht sich, am Wegesrand liegt ein totes Schaf, es wird langsam dunkler.

Abkürzen über den Fluss ist nicht möglich, immer dem Weg folgen. Den Fúlakvísl quert man über die Brücke, dann ist es noch ein gutes Stück bis zur Hütte.

Ich verbringe dort einen entspannten Abend mit 5 Belgiern und zwei Deutschen. Wir holen Wasser aus der 1km entfernten Quelle…dort sprudelt frisches Wasser direkt aus dem sandigen Flussbett.

Nach einer Chinasuppe und heißer Schokolade geht es in den warmen Schlafsack, der Wind weht heftig. Ein paar Stunden später reißt mich das laute Flattern des Zeltstoffes aus dem Schlaf…der Wind drück mir den Zeltstoff ins Gesicht, es regnet.

Ich schäle mich aus dem warmen Schlafsack, prüfe nochmal alle Heringe und schließe sorgfältig den Klettverschluss des Eingangs.

Wieder ein paar Stunden später. Trotz Biwaksacks spüre ich den kalten Wind durchs Zelt zieht. Es wird langsam hell. Zeit aufzustehen….

Fortsetzung folgt…

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