„Cloudy, windy, sometimes rainy…“ Laugavegur und Kjalvegur 2011 Teil – 1

Island 2011 – „Cloudy, windy, sometimes rainy, if nothing changes.“

Vorgeplänkel


Eine Islandreise war schon lange mein Traum, ich wollte eigentlich schon letztes Jahr über den Laugavegur wandern, aber es fehlte leider die Zeit. Diesen Sommer schien endlich alles zu passen und so wurde fleißig geplant, Reiseberichte gelesen und der Flug gebucht.

Es waren sehr eindrückliche, windige, sonnige, regnerische, grüne, kalte, steinige, holprige, staubige und alles in allem sehr schöne drei Wochen. Das Land und die Leute haben es mir sehr angetan und die nächste Reise ist schon geplant.

Das Ganze ist zum größten Teil aus meinen Kurznotitzen genommen und hat keinen literarischen Anspruch.

Anreise

Am 21.7 war es endlich soweit, mit dem Bus geht es von Frankfurt nach Frankfurt Hahn.

Ich versuche einen Platz am Notausgang zu bekommen(mehr Beinfreiheit bei 2m Körpergröße), lande dann aber doch auf einem normalen Platz, neben zwei Studenten der Literaturwissenschaft aus Erfurt.

Ankunft in Reykjavik.

Ich tausche Euros in Kronen und mache mich mit Christian und Max, den beiden Studenten, auf den Weg zum BSI Terminal.

Der Abend klingt entspannt bei Pesto und Leichtbier aus…

Reykjavik

Am nächsten Tag lerne ich noch Michele kennen, ein Geologe und Hobbytrailrunner aus Milano, den Christian aus Afrika kennt, der Kreis schließt sich.

Im Bonus kaufe ich mein erstes Skyr lecker! und noch etwas Kleinkram für den Weg

Die drei wollen erst am Sonntag los, wohin genau wissen sie noch nicht. Wir tauschen Handynummern aus und wünschen uns eine gute Reise.

Skogar – Básar

Mit dem ersten Bus geht es um 8:30 Uhr von Reykjavil nach Skogar.
Das Wetter ist traumhauf, strahlender Sonnenschein, ein Regenbogen über dem Wasserfall. Die Landschaft ist grün und der Weg hat eine stetig leicht Steigung.Es geht vorbei an wunderschönen Wasserfällen, das Gras wird weniger. Ein Blick zurück…

Der Weg in eine andere Welt führt über eine schmale Brücke

Ich kreuze mein erstes Schneefeld, blauer Himmel und Weite. In der Ferne sehe ich schon die Hütte, weit kann es nichtmehr sein (…oh wie naiv…)

Blick auf die alte Hütte…

…die Füße schmerzen und ich ziehe ich mit den Trekkingstöcken den Sandhügel zur Hütte hoch, der Wind bläßt mich fast um.

Stille

Ich stehe im Vorraum der Hütte und bin froh endlich aus den Schuhen rauszukommen, drinnen ist es gerammelt voll.

Hier treffe ich Marc der mit seiner Freundin ebenfalls auf dem Weg nach Norden ist, wir sollten uns in Landmannalaugar wiedersehen.

Nach vier Stunden Rast geht es weiter nach Pórsmörk.

Der Wind bläßt heftig. Die Wolken, der blaue Himmer, das Lavagestein alles wirkt unwirklich, wie gemalt. Ich verweile oft und versuche die Landschaft einzufangen…

…der Wind wird immer stärker aus wechselnder Richtung.

Auf dem Weg über das Schneefeld hinab zum Plateau setze ich mich zweimal auf den Hosenboden.

Ich höre meine Schritte kaum noch, das Klappern der Trekkingstöcke wird vom pfeifenden Wind übertönt.

Kurz vor dem schmalen Pfad und dem kurzen Abschnitt an der Kette entlang lässt der Wind kurz nach und ich komme sicher hinauf auf die Hochebene.

Ich wandere langsam hinab nach Básar, es ist plötzlich wieder grün, Büsche, Bäume, die Vögel zwitschern und es fliegen Schmetterlinge durch die Luft, völlig surreal.

Um 01:00 Uhr erreiche ich den Campingplatz in Básar, die Füße sind müde, die Schultern schmerzen. Nach einer lauwarmen Dusche lege ich mich ins Zelt und schlafe sofort ein.

Basar – Emstrur

Blick aus dem Zelt…

…leichter Nieselregeln. Nach einem kurzen Frühstück bezahle ich meine Nacht beim Hüttenwart und mache ich auf den Weg nach Pórsmörk.

Ich wandere am Fluss entlang und suche nach einem guten Platz zum Furten, die mobilen Brücken übersehe ich völlig. Schließlich sehe ich die Brücke die von Pórsmörk aus beginnt, allerdings mitten im Fluss endet.

Meine erste Furtung…hmm…Neoprensocken und Crocs angezogen, alles gut verpackt und dann wie beim Klettern…drei Fixpunkte…ein wenig weiter vorwärts…es wird zunehmend tiefer und die Strömung zerrt ziemlich. Ich erreiche halbwegs trocken den Brückenkopf.

In Pórsmörk merke ich schon deutlich die Strapazen des Vortages. Ich ruhe grade mich etwas aus, als ich mich eine SMS erreicht „Where are you?We are on our way to Pórsmörk!“

Ich freue mich, dass ich nicht alleine weiterlaufen muss und wir machen uns motiviert weiter nach Emstrur. Die erste gemeinsame Furtung, nachdem ein älteres englisches Ehepaar(60+) Hand in Hand durch den Fluss läuft können wir uns natürlich keine Blöße geben…

…es war auch nur knapp Knietief.

Das letze Stück nach Emstrur hoch…

…wir bauen die Zelte auf. Eine Reisegruppe schenkt uns ihr übriggebliebenes Fleisch und es gibt gebratenes Lammfleisch mit Käse und Couscous

Emstrur – Álftavatn

Ich fühle mich großartig, keine schmerzenden Füße, kein Muskelkater in den Schultern. Der Tag kann beginnen! Jeder läuft für sich und wir verlieren uns in der weiten Landschaft.

An der Brücke treffen wir uns wieder…

…und der Regen holt uns ein. Etwa eine Stunde später ist alles feucht, nach zwei Stunden durchnässt und wir kommen klatschenass an der Hütte an. Es regnet immernoch. Wir entschließen uns eine Nacht in der Hütte zu verbringen.

Álftavatn – Hrafntinnusker

Nebel und leichter Regen…das Wetter laut Hüttenwart: „Cloudy, windy, sometimes rainy, if nothing changes.“ Er sollte Recht behalten.

Wir furten den kleinen Gletscherbach Grashagakvísl und steigen hinauf zum Plateau, der Wind bläßt heftig, das Geröll ist lose und je höher wir steigen umso mehr regnet es. Oben angekommen erstmal eine Pause, Sichtweite ca. zwei Pfähle.

Der Wind bläßt den Regen ins Gesicht, mein Schokoladenkonsum steigt…eine Rippe alle halbe Stunde lässt mich mit gut gelaunt weiterlaufen.

Pausen sind nur bedingt möglich, sobald man stehenbleibt kriecht die Kälte in die Knochen.

Endlich erreichen wir die Hütte, wir sind froh aus den Regensachen zu kommen und uns in der Hütte aufzuwärmen.

Max und Michele verbringen auch diese Nacht in der Hütte. Ich baue mit Christian das Zelt auf, ohne die vielen Steinwälle wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

Hrafntinnusker – Landmannalaugar

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht gibt es ein ausgiebiges Frühstück: türkischen Kaffee und Müsli mit Milchpulver. Es ist immernoch sehr neblig, Sichtweite etwa einen Pfahl weit. Regen und Wind lassen sich nicht lange bitten, aber nach 1,5 Tagen Regen ist mans gewöhnt und unsere Laune leidet nicht. Kurz vor Landmannalaugar hört der Regen auf und spärlich kommt die Sonne hervor…

…durch das Lavafeld geht es zum Campingplatz, wir bauen die Zelte auf und springen in die heißen Quellen.

Hier treffen wir auch die drei Deutschen Jay, Malte und Volker wieder, die den Weg gut überstanden haben und schon eine Rundtour von Landmannalaugar aus planen.

Landmannalaugar

Das Wetter blieb die nächsten Tage schlecht, nur bei unserem kurz Trip auf den Bláhnúkur riss die Wolkendecke auf uns wir hatten isländisches Postkartenwetter.

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