„Cloudy, windy, sometimes rainy…” Laugavegur und Kjalvegur 2011 – Teil 3

Pverbrekknamúli – Pjófadalir

In der Frühe ist es noch bewölkt…

…kurze Zeit später werde ich für die windige Nacht entschädigt.

Das Wetter ist traumhaft. Strahlend blauer Himmel und der Blick geht bis zum Horizont. Der Weg ist einfach, der Wind mild…es geht vorbei an schneebeckten Bergen…

…das Eis schimmert blau im Sonnenlicht…

…am liebsten würde ich noch drei Wochen weiterwandern. Die Etappe endet in einem grünen Tal, mit einer winzigen gelben Hütte.

Drinnen sitzen drei isländische Biologen, die hier in der Gegend mehrere Messungen durchführen wollen. Ziel ist es zwischen Schäden durch Klimaerwärmung und durch Bewirtschaftung(dort hauptsächlich Schafe) zu unterscheiden. Sie laden mich zum Mittagessen ein, frisches Gemüse, süße Kartoffeln und Reis. Gegen Abend trudeln die 5 Belgier ein, gemeinsam wir gekocht, danach versuchen wir auf den nächstgelegenen Gipfel zu steigen…

…müssen aber nach 3/4 des “Weges” aufgeben. Der Fels ist bröckelig und es wird zu steil…der richtige Pfad ist nicht in Sicht. Das nächste Mal vielleicht

Pjófadalir – Hveravellir

Am nächsten morgen geht es das letzte Stück nach Hveravellir…ungläubig stehe ich nach kurzer Zeit vor den heißen Quellen…das Ende meiner Reise kommt schneller als gedacht.

Nach dem Bad im heißen Algentümpel (natürlich nicht so schön wie in Landmannalaugar ;) ) bestaune ich den Sonnenuntergang…

…die Nacht wird frisch. Aber ein heißer Kaffee und die ersten Sonnenstrahlen wärmen mich schnell wieder auf…

Das Wetter bleibt sonnig.

Und der Geysir zeigt sich von seiner besten Seite.

Am Campingplatz in Reykjavik angekommen merke ich, dass mein Zeltgestänge im Bus geblieben ist. Ich improvisiere mit zwei Trekkingstöcken…

…naja…solange es nicht windig wird. Am nächsten Morgen frage ich deshalb bei der Campinginfo nach, die telefoniert ein wenig und sagt mir, dass ich mein Gestänge morgen beim Sterner Hauptquartier(etwa 30min Busfahrt) abholen kann. Leider ist es dann doch nicht dort, aber der Busfahrer schmeißt das Gestänge dann doch noch abends um 7 am Campingplatz raus! Mission erfüllt. Die Nacht ist kurz, per Flybus geht es zum Flughafen und schon sitze ich im Flieger.

Und das ist leider das Ende meiner Islandreise. Für nächstes Jahr ist eine Nord/Süd Durchquerung geplant, für die schon einige schöne Reiseberichte hier im Forum existieren. Den Jökulsárlón würde ich auch gerne sehen und natürlich den Vogelfelsen auf der Halbinsel.

Kurz zur Ausrüstung

Zelt: “Was für eine dämliche Idee mit einem offenen einwändigen Zelt durch Island zu wandern?!”
Leider konnte ich vor der Tour kein anderes Zelt mehr kaufen. Es war eigentlich wie ich erwartet hatte. Zwar zog der Wind durchs Zelt, dafür hatte ich noch einen Biwaksack dabei, aber das Squall2 ist ziemlich windstabil. Kondens hatte ich keine. Zwei der Zeltösen(Druckknopfsystem) hat es in der einen stürmischen Nacht aufgewackelt, ansonsten hat es das Zelt ohne Schaden überstanden.
Das nächste Mal werde ich ein Zelt mitnehmen, das sich bis zum Boden abspannen lässt, das einzige Manko des Squall.

Schlafen: Mit dem Golite Ultra 20° über und der Ridgerest+Neoair unter mir habe ich die drei Wochen nicht wirklich gefroren.

Essen: Ich hatte etwa 600g pro Tag dabei. Morgens meistens Müsli mit Milchpulver, dazu frisch gebrühten Kaffee, Mittags meistens ein paar Riegel(Oatsnack) und abends Nudeln und Couscous. Ansonsten hatte ich noch 500g Käse, ca. einen halben Liter Olivenöl, Tortillafladen und Schokolade für etwas Geschmack und Abwechslung dabei. Hungern musste ich nicht, habe aber im Verlauf der Tour etwa 6kg abgenommen (bei ausreichenden Reserven).

„Cloudy, windy, sometimes rainy…” Laugavegur und Kjalvegur 2011 – Teil 2

Reykjavik und Westmanninseln – Intermezzo

Das Wetter bleibt die nächsten Tage durchwachsen, meistens regnet es, gelegentlich kommt kurz die Sonne hervor. Für die nächsten 5 Tage ist schlechtes Wetter angekündigt. Ich trampe von Landmannalaugar mit zwei Franzosen nach Kirkjubæjarklaustur…

…und von dort mit einem netten Isländer zurück nach Reykjavik, vorbei der Stelle, wo die Ringstraße beschädigt wurde…weggebogene Leitplanken und von der Brücke stehen nurnoch die Betonpfeiler. Zwischenstopp machen wir am Seljalandsfoss:

Gegen Abend erreiche ich Reykjavik. Am nächsten Tag nehme ich mir Zeit die Stadt zu erkunden, nach einer großen Thermoskanne Kaffee verbringe ich den Großteil des Tages im “12 Tónar” und höre isländische Musik. Gegen Abend trudeln die beiden Erfurter ein.

Auf dem Zeltplatz treffen wir Karsten, der uns vorschlägt doch mit auf die Westmanninseln zu fahren. Bei weiterhin schlechter Wettervorhersage, grade um den Hviárvatn, ist die Entscheidung nicht schwer.

Die ganze Busfahrt lang scheint die Sonne…nur kurz vor der Fähre zieht es natürlich zu

Aber die zwei Nächte auf der Insel haben sich gelohnt.Ein Highlight ist der Vulkan Eldfell, der sich quasi über Nacht 1973 aus der Erde erhob. Der Weg nach oben ist windig…

…aber das Wetter für isländische Verhältnisse recht gut. Oben kann man sich in warme Sandkuhlen legen, in manchen Spalten ist es heiß genug um sich zu verbrennen.

Zusammen mit Max versuche ich kurz vor der Abfahrt noch ein paar Puffins zu fotografieren. Ich habe mir noch nie so sehr ein Teleobjektiv gewünscht…

…aber essen könnte ich diese kleinen tollpatischigen Vögel ganz sicher nicht. Nationalgericht hin oder her.

Mit Fähre und Bus geht es nach Reykjavik zurück. Bei ein paar Bier verabschiede mich von den beiden Erfurtern deren Flieger bald geht.

Kjalvegur – Ein ruhiger Ausklang


Hvítárnes – Pverbrekknamúli

Ich kann es kaum glauben, die Sonne scheint! Zumindest während der Busfahrt.

Meine erste Fahrt mit dem Hochlandbus. Zum Schlafen ist es jedenfalls unge – ei – net…manchmal sieht man durch die Frontscheibe den blauen Himmel…oft den Boden, wenn der Bus wieder einen Abhang hinunterfährt. Das weder Personen noch Material zu Schaden kommen grenzt an ein Wunder.

Zwischenstopp am Gulfoss.

Die Busfahrt geht weiter, es wird zunehmend felsiger und die Landschaft karger. Eine letzte Pause vor der Kreuzung von Hvítárnes …

…und los geht’s! Die Landschaft ist sandig, es windet und das Wetter zieht langsam zu.

Nicht von den vielen Abzweigungen beirren lassen. Sondern schön auf dem Weg und später der Piste weiterlaufen bis…

…man an den Wegweiser kommt. Ein Blick zurück…

…und weiter geht’s. Es wird zunehmend windiger…Flugsand findet den Weg an Kapuze, Buff und Sonnenbrille vorbei. Nach 1km ist der Spuk endlich vorbei…mit geröteten Augen betrachte ich die grüne Ebene die sich vor mir erstreckt…

In Hvítárnes mache ich kurz Halt, nach einer Portion Couscous geht es weiter. Die Hütte wird immer kleiner…

…und ich genieße die Weite und Einsamkeit. Der Rucksack zwickt nicht, die Trekkingstöcke sind wie angewachsen, die Stiefel spüre ich kaum, einfach wunderbar.

Auf halber Strecke treffe ich einen Polen der in Pjófadalir gestartet ist, wir fachsimpeln kurz über das isländische Wetter und den Vorteil von Trekkingstöcken.

Das letzte Stück des Weges zieht sich, am Wegesrand liegt ein totes Schaf, es wird langsam dunkler.

Abkürzen über den Fluss ist nicht möglich, immer dem Weg folgen. Den Fúlakvísl quert man über die Brücke, dann ist es noch ein gutes Stück bis zur Hütte.

Ich verbringe dort einen entspannten Abend mit 5 Belgiern und zwei Deutschen. Wir holen Wasser aus der 1km entfernten Quelle…dort sprudelt frisches Wasser direkt aus dem sandigen Flussbett.

Nach einer Chinasuppe und heißer Schokolade geht es in den warmen Schlafsack, der Wind weht heftig. Ein paar Stunden später reißt mich das laute Flattern des Zeltstoffes aus dem Schlaf…der Wind drück mir den Zeltstoff ins Gesicht, es regnet.

Ich schäle mich aus dem warmen Schlafsack, prüfe nochmal alle Heringe und schließe sorgfältig den Klettverschluss des Eingangs.

Wieder ein paar Stunden später. Trotz Biwaksacks spüre ich den kalten Wind durchs Zelt zieht. Es wird langsam hell. Zeit aufzustehen….

Fortsetzung folgt…

„Cloudy, windy, sometimes rainy…” Laugavegur und Kjalvegur 2011 Teil – 1

Island 2011 – „Cloudy, windy, sometimes rainy, if nothing changes.“

Vorgeplänkel


Eine Islandreise war schon lange mein Traum, ich wollte eigentlich schon letztes Jahr über den Laugavegur wandern, aber es fehlte leider die Zeit. Diesen Sommer schien endlich alles zu passen und so wurde fleißig geplant, Reiseberichte gelesen und der Flug gebucht.

Es waren sehr eindrückliche, windige, sonnige, regnerische, grüne, kalte, steinige, holprige, staubige und alles in allem sehr schöne drei Wochen. Das Land und die Leute haben es mir sehr angetan und die nächste Reise ist schon geplant.

Das Ganze ist zum größten Teil aus meinen Kurznotitzen genommen und hat keinen literarischen Anspruch.

Anreise

Am 21.7 war es endlich soweit, mit dem Bus geht es von Frankfurt nach Frankfurt Hahn.

Ich versuche einen Platz am Notausgang zu bekommen(mehr Beinfreiheit bei 2m Körpergröße), lande dann aber doch auf einem normalen Platz, neben zwei Studenten der Literaturwissenschaft aus Erfurt.

Ankunft in Reykjavik.

Ich tausche Euros in Kronen und mache mich mit Christian und Max, den beiden Studenten, auf den Weg zum BSI Terminal.

Der Abend klingt entspannt bei Pesto und Leichtbier aus…

Reykjavik

Am nächsten Tag lerne ich noch Michele kennen, ein Geologe und Hobbytrailrunner aus Milano, den Christian aus Afrika kennt, der Kreis schließt sich.

Im Bonus kaufe ich mein erstes Skyr lecker! und noch etwas Kleinkram für den Weg

Die drei wollen erst am Sonntag los, wohin genau wissen sie noch nicht. Wir tauschen Handynummern aus und wünschen uns eine gute Reise.

Skogar – Básar

Mit dem ersten Bus geht es um 8:30 Uhr von Reykjavil nach Skogar.
Das Wetter ist traumhauf, strahlender Sonnenschein, ein Regenbogen über dem Wasserfall. Die Landschaft ist grün und der Weg hat eine stetig leicht Steigung.Es geht vorbei an wunderschönen Wasserfällen, das Gras wird weniger. Ein Blick zurück…

Der Weg in eine andere Welt führt über eine schmale Brücke

Ich kreuze mein erstes Schneefeld, blauer Himmel und Weite. In der Ferne sehe ich schon die Hütte, weit kann es nichtmehr sein (…oh wie naiv…)

Blick auf die alte Hütte…

…die Füße schmerzen und ich ziehe ich mit den Trekkingstöcken den Sandhügel zur Hütte hoch, der Wind bläßt mich fast um.

Stille

Ich stehe im Vorraum der Hütte und bin froh endlich aus den Schuhen rauszukommen, drinnen ist es gerammelt voll.

Hier treffe ich Marc der mit seiner Freundin ebenfalls auf dem Weg nach Norden ist, wir sollten uns in Landmannalaugar wiedersehen.

Nach vier Stunden Rast geht es weiter nach Pórsmörk.

Der Wind bläßt heftig. Die Wolken, der blaue Himmer, das Lavagestein alles wirkt unwirklich, wie gemalt. Ich verweile oft und versuche die Landschaft einzufangen…

…der Wind wird immer stärker aus wechselnder Richtung.

Auf dem Weg über das Schneefeld hinab zum Plateau setze ich mich zweimal auf den Hosenboden.

Ich höre meine Schritte kaum noch, das Klappern der Trekkingstöcke wird vom pfeifenden Wind übertönt.

Kurz vor dem schmalen Pfad und dem kurzen Abschnitt an der Kette entlang lässt der Wind kurz nach und ich komme sicher hinauf auf die Hochebene.

Ich wandere langsam hinab nach Básar, es ist plötzlich wieder grün, Büsche, Bäume, die Vögel zwitschern und es fliegen Schmetterlinge durch die Luft, völlig surreal.

Um 01:00 Uhr erreiche ich den Campingplatz in Básar, die Füße sind müde, die Schultern schmerzen. Nach einer lauwarmen Dusche lege ich mich ins Zelt und schlafe sofort ein.

Basar – Emstrur

Blick aus dem Zelt…

…leichter Nieselregeln. Nach einem kurzen Frühstück bezahle ich meine Nacht beim Hüttenwart und mache ich auf den Weg nach Pórsmörk.

Ich wandere am Fluss entlang und suche nach einem guten Platz zum Furten, die mobilen Brücken übersehe ich völlig. Schließlich sehe ich die Brücke die von Pórsmörk aus beginnt, allerdings mitten im Fluss endet.

Meine erste Furtung…hmm…Neoprensocken und Crocs angezogen, alles gut verpackt und dann wie beim Klettern…drei Fixpunkte…ein wenig weiter vorwärts…es wird zunehmend tiefer und die Strömung zerrt ziemlich. Ich erreiche halbwegs trocken den Brückenkopf.

In Pórsmörk merke ich schon deutlich die Strapazen des Vortages. Ich ruhe grade mich etwas aus, als ich mich eine SMS erreicht “Where are you?We are on our way to Pórsmörk!”

Ich freue mich, dass ich nicht alleine weiterlaufen muss und wir machen uns motiviert weiter nach Emstrur. Die erste gemeinsame Furtung, nachdem ein älteres englisches Ehepaar(60+) Hand in Hand durch den Fluss läuft können wir uns natürlich keine Blöße geben…

…es war auch nur knapp Knietief.

Das letze Stück nach Emstrur hoch…

…wir bauen die Zelte auf. Eine Reisegruppe schenkt uns ihr übriggebliebenes Fleisch und es gibt gebratenes Lammfleisch mit Käse und Couscous

Emstrur – Álftavatn

Ich fühle mich großartig, keine schmerzenden Füße, kein Muskelkater in den Schultern. Der Tag kann beginnen! Jeder läuft für sich und wir verlieren uns in der weiten Landschaft.

An der Brücke treffen wir uns wieder…

…und der Regen holt uns ein. Etwa eine Stunde später ist alles feucht, nach zwei Stunden durchnässt und wir kommen klatschenass an der Hütte an. Es regnet immernoch. Wir entschließen uns eine Nacht in der Hütte zu verbringen.

Álftavatn – Hrafntinnusker

Nebel und leichter Regen…das Wetter laut Hüttenwart: „Cloudy, windy, sometimes rainy, if nothing changes.“ Er sollte Recht behalten.

Wir furten den kleinen Gletscherbach Grashagakvísl und steigen hinauf zum Plateau, der Wind bläßt heftig, das Geröll ist lose und je höher wir steigen umso mehr regnet es. Oben angekommen erstmal eine Pause, Sichtweite ca. zwei Pfähle.

Der Wind bläßt den Regen ins Gesicht, mein Schokoladenkonsum steigt…eine Rippe alle halbe Stunde lässt mich mit gut gelaunt weiterlaufen.

Pausen sind nur bedingt möglich, sobald man stehenbleibt kriecht die Kälte in die Knochen.

Endlich erreichen wir die Hütte, wir sind froh aus den Regensachen zu kommen und uns in der Hütte aufzuwärmen.

Max und Michele verbringen auch diese Nacht in der Hütte. Ich baue mit Christian das Zelt auf, ohne die vielen Steinwälle wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

Hrafntinnusker – Landmannalaugar

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht gibt es ein ausgiebiges Frühstück: türkischen Kaffee und Müsli mit Milchpulver. Es ist immernoch sehr neblig, Sichtweite etwa einen Pfahl weit. Regen und Wind lassen sich nicht lange bitten, aber nach 1,5 Tagen Regen ist mans gewöhnt und unsere Laune leidet nicht. Kurz vor Landmannalaugar hört der Regen auf und spärlich kommt die Sonne hervor…

…durch das Lavafeld geht es zum Campingplatz, wir bauen die Zelte auf und springen in die heißen Quellen.

Hier treffen wir auch die drei Deutschen Jay, Malte und Volker wieder, die den Weg gut überstanden haben und schon eine Rundtour von Landmannalaugar aus planen.

Landmannalaugar

Das Wetter blieb die nächsten Tage schlecht, nur bei unserem kurz Trip auf den Bláhnúkur riss die Wolkendecke auf uns wir hatten isländisches Postkartenwetter.

Harz – Auf dem Goetheweg zum Brocken

Der letzte Eintrag ist schon lange her, mittlerweile ist Weihnachten vorbei und das neue Jahr ist angebrochen.

Leider habe ich im Moment nur sehr wenig Zeit, da ich mich auf mein Physikum vorbereite…Unmengen an Stoff und immer weniger Zeit, das Übliche also ;)

Es war eine sehr kurze (12 Stunden inkl. Anfahrt), dafür intensive und spaßige Tour. Vor allem die Stille und die Zeit zum Nachdenken haben gut getan und ich kann jetzt wieder motiviert in meine Lernwoche starten.

Brocken in der Dämmerung

Auf dem Brocken

Gipfelfoto

Den Rest der Fotos gibt es HIER

Und ich gehe zurück an den Schreibtisch…wenigstens schneit es wieder in Giessen :)

CO2-neutral!

Interessanter Ansatz:

Das Projekt: “Co2-Neutral” pflanzt für euren Blog einen Baum.

Ihr müsst nur einen kleinen Artikel auf eurem Blog über das Projekt verfassen, einen  Button auf eurer Seite einbinden und eine E-Mail an CO2-neutral@kaufda.de schreiben.

Wie es funktioniert, wieviel Co2 ein Blog im Jahr verbraucht und eine Teilnehmerliste findet ihr auf: www.kaufda.de

Gruß,

Ein kleiner Ausflug durch die Pfalz

Die Fotos findet ihr hier

Vorwort:

Der Plan war, eine kleine Tour durch Deutschland zu machen und dann mit einem Freund eine Woche nach Norwegen oder Irland zu fahren.

Doch es kam alles anders, da ich kurzfristig in eine Ferienwohnung nach Frankreich verschleppt werden sollte.

Ich wollte wenigstens noch einen kleinen Ausflug machen, die Wettervorhersage bescheinigte mir auch gleich strahlenden Sonnenschein(von wegen!) und ich machte mich am Sonntagnachmittag auf den Weg in die Pfalz.

09.08.09:

Ich mache mich mit Bummelzug und Bus Richtung Dörrenbach auf. Von dort geht es zu Fuß bis zur Ruine Guttenberg, vorbei an mehreren gesprengten Bunkern. Es wird zunehmend dunkler und als ich die Ruine erreiche ist schon fast die Nacht hereingebrochen.

Im Dunkeln ist es schwer noch einen guten Platz für das Zelt zu finden, nach kurzer Suche mit der Stirnlampe verwerfe ich meinen Plan und schlage das Zelt oben auf der Ruine auf. Abgesehen von Blättern im Wind(hört sich an als würde jemand auf dem Schotterweg nach oben gehen), verschiedenen Tierlauten und (vermutlich/hoffentlich ;) ) einem schwer atmenden Igel bleibt es ruhig.

Gegen halb drei werde ich vom Donner geweckt, ein wunderschönes Wetterleuchten in weiter Ferne. Das Gewitter zieht jedoch langsam  in meine Richtung und ich breche mein Lager ab. Kaum bin ich am Fuße der Ruine angelangt fängt es an in Strömen zu regnen und zu gewittern. Ich schlage den Weg zurück zu einer Schutzhütte ein, an der ich vorbeigekommen war. Es ist stockdunkel, Regentropfen auf Brille und Stirnlampe verschleiern die Sicht, zwischendurch kommen Zweifel auf, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Etwas durchnässt erreiche ich die Hütte. Die Stirnlampe zieht einige Insekten an, die Spinnen in der Hütte und die Fledermäuse, die immer wieder durch den Lichtkegel meiner Lampe fliegen, freut es offensichtlich. Irgendwann zünde ich den Spirituskocher an, gegen 6:30 Uhr wird es langsam hell.

10.08.09:

Ich mache mich auf Richtung Reisdorf. Die Schuhe sind immernoch nass, trockene Socken zeigen auch keinen Erfolg. Der bald wieder einsetzende Regen macht die Sache auch nicht besser. Die Fersen reiben ziemlich, klebe vorsichtshalber Blasenpflaster drauf. Ich biege irgendwo falsch ab, komme aber über ein Stück Landstraße trotzdem nach Reisdorf. Dort dann erstmal kurze Pause und Frühstück.

Weiter geht es zum Rastplatz Hohe Tanne. Die Karte hat sich leider fast vollständig aufgelöst, aber das entscheidende Stück habe ich gerettet. Nach Chinanudeln und Sockenwechsel (die Blasenpflaster sind durchgerieben und die darunterliegende Haut gleich mit), geht es in Schlappen weiter nach Lauterschwan. Von dort dann nach Dahn, das letzte Stück kann ich glücklicherweise mit dem Bus fahren.

Die Jugendherberge ist eigentlich voll, ich bekomme aber noch einen kleinen Raum im Untergeschoss, ganz urig in einer Kellerbar. Zum Abendessen mache ich mir leckeres Cous-cous.

11.08.09:

Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein leckeres Frühstückstablett von der Jugendherberge. An der Ruine “Alt-Dahn” und dem Rastplatz Dicke Eiche vorbei komme ich an die Quelle der Queich. Hmm…ich hatte mehr als dieses Rinnsaal erwartet. An dem “reißenden” Fluss entlang geht es dann nach Hauenstein, eine kleine Stadt mit großem Schuhmuseum.

An der Touristeninformation bezahle ich eine Nacht auf dem Zeltplatz, der etwa außerhalb liegt und fast vollständig von der katholischen Jugend besetzt ist. Gegen Abend entfache ich ein Lagerfeuer und lese die letzten Seiten der “Harzreise” von Heinrich Heine .

In der Nacht kommt es zu einigen Überfällen (es gibt vor jedem Zelt eine Flagge und Ziel ist es die “gegnerischen” Flaggen zu erobern), dank brennender Stirnlampe ist aber keine Kinderhorde über mein Zelt gestolpert ;) .

12.08.09:

Am nächsten Morgen habe ich mich dann zum Bahnhof aufgemacht, die Blasen hätten mir sonst den Rest gegeben.


Ich war/bin trotzdem ganz zufrieden mit meinem ersten Ausflug, einige Dinge werde ich beim nächsten Mal anders machen (Klarsichtfolie für die Karte, Neopren/Gortexsocken für mich und noch ein paar Sachen)

Ich freue mich schon auf weitere Reisen…besonders Norwegen oder Irland würden mich sehr reizen.

Gruß,

Gedanken zur Ausrüstung

Packliste

Die Packliste zu meinen beiden kleinen Touren durch die Pfalz und Frankreich. Werde demnächst die Bilder hochladen und einen Bericht schreiben

Rucksack: Deuter Aircontact 65+10

- Gut verarbeiteter Rucksack mit viel Platz für die Ausrüstung. Eine Menge Riemen, Clips und Haltepunkte um Schuhe, nasse Kleidung und sonstige Ausrüstung zu befestigen und ein Regencover, das auch dann immer noch über den Rucksack passt.  Dank verstellbarer Rückenlänge passt mir der Rucksack trotz meiner 1,98m/95kg gut und ich habe keine Druck- oder Scheuerstellen davongetragen. Abgesehen vom Gewicht von 2,8kg ein perfekter Rucksack.

Zelt: Jack Wolfskin Gossamer

- Habe ich preiswert über eine Kleinanzeige gebraucht erworben, Zustand war wie neu. Das Zelt ansich ist gut verarbeitet und lässt sich einfach und schnell aufbauen. Die vordere Zeltstange muss man aber mit milder  Gewalt zum Einhaken bewegen. Das Zelt ist regendicht(juhu ;) ) man sollte es aber gut abspannen ansonsten hängt es schnell durch. Für das Kondenswasser im Zelt habe ich leider kein Vergleichszelt, es hielt sich aber meiner Meinung nach in Grenzen, schwierig war es da schon eher nach Regen halbwegs trocken aus dem Zelt zu kommen.Geschlafen habe ich ingesamt gut, aber für die nächste Tour trotzdem ein Zelt mit Sitzhöhe(mind. 100cm) und etwas mehr Platz.Vor allem die Tarptents halte ich für eine interessante und leichte(re) Alternative.

Kochset: Esbit 985ml

- Ich wollte mir zunächst ein Trangia Set kaufen, habe aber bei Globetrotter dann das Esbit Kochset gefunden. Es besteht aus einem großen Topf(985ml/142g) mit eingestanzten ml Angaben, einem flachen Topf/Pfanne/Deckel(ca. 450ml/80g), einem Spirituskocher(107g), einem Topfstand(64g) und einem Esbitaufsatz für den Kocher(21g).Die Töpfe und der Stand sind beschichtetem Aluminium, die angebrachten Griffe  sind recht stabil. Der Kocher war bei mir innen ein wenig verbogen, macht aber vermutlich keinen Unterschied. Das Set hat auch meinen missglückten Versuch Fladenbrot zu machen gut überstanden und die Oberseite war im Gegensatz zu der festgebackenen Unterseite sogar essbar ;) . Würde ich mir wieder kaufen.

Gruß,

Philipp